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Ortsteil Wenigenehrich

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Beschreibung des Ortes

Die Entstehung des Ortes Wenigenehrich ist in engem Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung von Großenehrich als regionalem Zentrum zu sehen.

Seit dem ausgehenden 9. Jahrhundert besaß das Stift Gandersheim, das Hauskloster der Ludolfinger, reiche Besitzungen in und um Großenehrich. Dazu gehörte auch Wenigenehrich.
Der Ort selbst gehört zum Kyffhäuserkreis und liegt westlich von Großenehrich in einer Bodenmulde.
Die umgebende Landschaft gehört zu den Ackerhügelländern nördlich des Thüringer Beckens und wird durch großflächige Feldfluren von der Landwirtschaft geprägt. Verbindende Elemente zur offenen Flur sind kleine Bäche, Feldwege und Obstbaumreihen. Wenigenehrich liegt ca. 1 km südlich des Hebetales. Im nördlichen Bereich fließt der Bennebach durch den Ort. Von der Anlage her ist der kleine Ort ein Haufendorf. Die Gebäude sind in niedrig geschlossener Bauweise errichtet und haben überwiegend einen Hof mit  Nebengebäuden wie Stall oder Scheune. Im Ortskern überwiegen alte Fachwerkhäuser. Nur in den Randbereichen des Ortes sind Neubauten mit Putzfassaden und Vorgärten entstanden. Die Innenhöfe sind nur in Teilbereichen versiegelt. Bei den Straßen und Gassen überwiegt Kopfsteinpflaster aber auch unversiegelte Bereiche und Flächen mit Trittflurvegetation sind vorhanden. Die Hauptstraße ist beiderseitig mit Bürgersteigen versehen. Artenreiche Nutzgärten mit Obst- und Gemüseanbau und Kleintierhaltung schließen sich an die Bebauung an. Alte Natursteinmauern, zumTeil versiegelt aber auch mit Fugen- und Kronenvegetation, sind als Begrenzung zur Straße erhalten geblieben. Die Dorfkirche ist aus regionalem Naturstein errichtet. An deren Südseite befindet sich eine alte Blutbuche, welche als Naturdenkmal vorgeschlagen wurde. Der „Bennebach“ durchfließt im nördlichen Randbereich den Ort von West nach Ost. Die Uferbereiche sind überwiegend von Laubgehölzen überschattet.

 

Die Kirche in Wenigenehrich

 

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 Die Kirche zu Wenigenehrich.

 

Die Kirche von Wenigenehrich befindet sich am Ortsrand auf einer leichten Anhöhe, so dass ihr Kirchturm im Gegensatz zum Ort noch weithin sichtbar ist. 

Der vermutlich erste Kirchenbau zu Wenigenehrich ist im 12. Jahrhundert entstanden und hat sich mit ziemlicher Gewissheit im Laufe der Jahrhunderte baulich mehrfach ver­ändert. Der Turm mußte nach dem Ende des 7-jährigen Krieges (1756-63) wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Hundert Jahre später ließ sich auch das Kirchenschiff nicht mehr halten. Am 3. März 1884 wurde es abgetragen und im gleichen Jahr ein Neubau im neogotischen Stil errichtet. Am 26. Juli desselben Jahres bereits wurde die neue Kirche eingeweiht.

Das Kirchengebäude ist in seiner äußeren baulichen Gestaltung wie auch in seiner inneren Raumfassung und Ausstattung noch im Originalzustand erhalten. Die einheitliche Ausführung von äußerer Form und innerer Fassung machen die Kirche im Zusammenhang mit ihrer exponierten Lage zu einem ländlich-sakralen Kleinod.

Wieder 100 Jahre später befand sich auch dieses Gotteshaus in einem äußerst beklagenswerten Zustand, so dass es für die öffentliche Nutzung gesperrt werden musste. Neben den schadhaften Dächern waren es vor allem die Mauern, von denen eine Gefahr ausging. Sie drohten in den oberen Bereichen auseinanderzubrechen. Besonders die Südwestecke des Kirchenschiffes und der Turm wiesen extreme Rissbildungen auf, die über kurz oder lang zum Einsturz der Kirche führen mussten.
Eingehende bautechnische Untersuchungen ergaben, dass die Kirche nicht tief genug gegründet war und der verwendete Mörtel aus einem Kalk-Lehm-Gemisch keine Bindekraft mehr besaß. Daneben weist der Turm im Verhältnis zu seiner Schlankheit zu viele und zu große Maueröffnungen auf.
Daher wurde Anfang des Jahres 1996 mit der Sanierung der Kirche begonnen. Die Arbeiten am Turm und Kirchenschiff wurden inzwischen abgeschlossen.

(Quelle Foto und Text: Dr. Hermann Bretschneider, Großenehrich)