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Weihnachtsgrußwort des Gemeinschaftsvorsitzenden

06.12.2018

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, liebe Leserinnen und Leser,

 

als ich mich zur Vorbereitung dieses Weihnachtsgrußwortes in den Weiten des Internets nach einem passenden „einläutenden“ Zitat umgesehen habe, ist mir das folgende von Gudrun Kropp, einer deutschen Lyrikerin und Aphoristikerin, ins Auge gefallen, das ich etwas verkürzt wiedergebe:

 

„Weihnachten kommt und geht – Menschsein ist eine tägliche Herausforderung.“

 

Mensch zu sein – und zu bleiben – ist, wie ich finde, gerade in unserer Tätigkeit als Verwaltungsgemeinschaft, als Dienstleisterin der uns angehörenden Städte und Gemeinden ungeheuer wichtig. Umso wichtiger, als dass wir tagtäglich an „vorderster Front“ Gesetze, die andere, oftmals weit weg in Erfurt oder Berlin, gemacht haben, vollziehen müssen. Hier, auf der untersten Ebene, in der Aufgaben nicht mehr „einfach so“ auf die nachgeordnete Ebene verlagert werden können, sind unterschiedlichste Interessens- und Lebenslagen, manchmal auch Befindlichkeiten zu berücksichtigen und oftmals auch auszugleichen: sei es bei Ausschuss-, Stadt- oder Gemeinderatssitzungen, bei denen häufig nachvollziehbare und gemeinwohlbezogene Interessen in Einklang mit geltenden Gesetzen und Verordnungen gebracht werden müssen, oder sei es auch beim Tätigwerden gegenüber dem Einwohner in den vielfältigen Bereichen der durch uns wahrzunehmenden Aufgaben. Hier sind immer Augenmaß, Herz und Verstand erforderlich – ich habe zumindest versucht, diese Kriterien bei allen Entscheidungen walten zu lassen!

Auch ich musste mich jedoch in diesem Jahr einige Male bemühen, Mensch zu sein oder zu bleiben, obwohl mir vielleicht gefasste Stadt- oder Gemeinderatsbeschlüsse, die dort vorangegangene Beratung, das Gespräch mit dem betroffenen Einwohner oder viele andere Situationen nicht zusagten oder mit den durch mich wahrzunehmenden Aufgaben und zu vertretenden Zielen kollidierten. War es gerade in solchen Situationen schwer, Mensch zu bleiben, hat mich ein gern durch Harald Keitel, Bürgermeister der Stadt Clingen, gebrauchtes Zitat frei nach Konrad Adenauer zum Schmunzeln gebracht und mir weitergeholfen:

 

„Du musst die Menschen nehmen, wie sie sind – wir haben keine anderen.“

 

Zugegebenermaßen war mir einige Male das Mensch-Sein aufgrund zwingender gesetzlicher Vorgabe auch unmöglich, wofür ich an dieser Stelle um Verständnis bitte.

 

Doch nicht alles war im nunmehr fast abgelaufenen Jahr schlecht: es gab auch Ereignisse und Situationen, bei denen auch ich mich ganz menschlich freuen durfte, dass wir gemeinsam mit den Bürgermeistern, den Stadt- oder Gemeinderatsmitgliedern oder der Verwaltung etwas vor Ort umsetzen, etwas (mit)gestalten konnten, in denen etwas gut gelungen ist oder aber ich mich an – manchmal ganz zufälligen – menschlichen Begegnungen und Erfahrungen erfreuen durfte. Solche Ereignisse entschädigen dann für die weniger schönen Situationen.

 

Danken möchte ich an dieser Stelle allen Amts- und Mandatsträgern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnern sowie Einwohnerinnen und Einwohnern, die das Handeln unserer Verwaltungsgemeinschaft wohlwollend und – um beim Thema zu bleiben – ganz menschlich begleitet und unterstützt haben. Für die Feiertage, die nun vor uns stehen, wünsche ich Ihnen eine besinnliche und schöne Zeit. Für das neue Jahr mögen vor allem Gesundheit und alles Gute Ihr Begleiter sein und – hier schließt sich wiederum der Kreis – bleiben Sie Mensch!

 

 

Herzlichst

 

Ihr

 

Ulrich Georgi

Gemeinschaftsvorsitzender

 

 

Foto: Ulrich Georgi, Gemeinschaftsvorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Greußen